Ich war halt nur ein Windhund
Jun 5th, 2008 by Wu-Lan-Tong
Ich kann nichts dafür, warum hast du mich geschlagen?
Warum quälst du mich?
Du sagst, du hasst mich. Wofür?
Du sagst, ich bin hässlich. Dafür kann ich nichts
Ich soll hungern und rennen, sagst du.
Ich tue es. Ich tue alles für dich.
Ich will nur einen Happen zur Belohnung.
Doch es gibt nichts.
Ich weiß, die anderen waren heute schneller als ich.
Doch ich kann nicht mehr.
Ich jage dem Hasen auf der Bahn hinterher.
Aber die anderen sind so schnell.
Ich schaue dich an.
Du nimmst einen Stock und schlägst mich.
Du sperrst mich in meine Box.
Notdürftig verrichte ich mein Geschäft.
Du siehst es und prügelst auf mich ein.
Ein schrecklicher Schmerz durchfährt mich und ich schreie.
Am nächsten Tag sind die Schmerzen an meiner linken Rippe schlimmer geworden.
Doch ich soll rennen und ich werde es tun.
Ich habe Hunger!
Wir kommen in die Startboxen und die Schmerzen werden stärker.
Als die Klappen aufspringen, schreie ich und renne los.
Diesmal war ich schneller.
Doch kurz vor dem Ziel, die Schmerzen sind unerträglich,
breche ich zusammen.
Herrchen, du kommst. Bitte hilf mir!
Ich höre dein Brüllen. Ich spüre die Schläge.
Ich habe Angst und Schmerzen.
Aber ich beiße dich nicht.
Ich bin nun zwei Jahre alt.
In anderen Ländern dürfen Hunde erst mit zwei Jahren anfangen zu arbeiten.
Ich renne schon so lange. Ich bin alt und sehr schwach.
Heute ist mein Tag gekommen.
Vor wenigen Tagen hast du mich an diesem Baum aufgehängt,
doch ich konnte mich befreien.
Meine Rippen tun immer noch weh.
Mein letzter Atemzug ist vorbei und es ist aus.
Ich war halt nur ein Windhund…
Unbekannt









